Diocese de Oeiras – Estado do Piaui PARÓQUIA DE SAO FRANCISCO DE ASSIS 12.11.2008

Liebe Schwestern und Brüder,

heute Morgen fuhr ich in ein weit abgelegenes  Landgebiet der Pfarrei, um einer Gruppe unserer 270 Firmlinge die Beichte zu hören. Nach extrem heissen Tagen hatte es heute Morgen den ersten Regen gegeben. Sehnlich erwarteten wir ihn. Denn drei der an die Kirchengebäude angeschlossenen Zisternen hatten kein Wasser mehr. Der erste Regen muss immer die Dächer reinigen, die in 7 Monaten ohne Regen viel Schmutz ansammeln. Danach erst wird das Regenwasser in die Zisternen geleitet.

Artikel aus der KIRCHENZEITUNG vom 01. Juni 2008 - Nr.22

„Mit dem Letzten beginnen“

Pastor Gerhard Gereon sprach auf dem Katholikentag über sein Leben an der Seite der Arme

Katholikentag  Pastor Gereon

Pastor Gereon sprach beim Katholikentag über sein Leben mit den Armen im von Dürre betroffenen Nordosten von Brasilien. Die Menschen müssen oft weite Strecken zurücklegen, um an Wasser zu gelangen.

Fotos: Archiv/Plümäkers

Hamburg/Osnabrück.
Seit über 40 Jahren lebt Pastor Gerhard Gereon in der Gemeinde Simplicio Mendes im Nordosten Brasiliens. Dort lebt er an der Seite der Armen und für die Armen. Auf dem Katholikentag war „Padre Geraldo“, der in Hamburg aufwuchs und in Osnabrück zum Priester geweiht wurde, einer der stillen Stars.

Ein großes Dankeschön und neue Nachrichten im April 2008

Liebe Freunde und Förderer von Pastor Gereon!

Im November des vergangenen Jahres bekamen Sie von uns einen Hilferuf wegen der schlechten Nachrichten aus Brasilien - es fehlte der dringend benötigte Regen und damit das Wasser für Mensch und Vieh. Und es fehlte das Geld, um mit Tankwagen die Menschen mit Wasser zu versorgen.

Sie haben den Hilferuf gehört und großzügig gespendet. An dieser Stelle Ihnen allen ein herzliches Danke. Ihre Spenden haben über einen langen mühevollen Zeitraum geholfen.

WASSERVERSORGUNG GEFÄHRDET ! ! Im November 2007

Liebe Freunde und Förderer von Pastor Gereon!

Leider erreichen uns in diesen Tagen schlechte Nachrichten von Pastor Gereon aus Brasilien. So schreibt er uns:

"Vor einigen Tagen kamen bei uns zwei Tankwagen an, um Wasser in die Häuser der Bauern zu fahren, denen bei der augenblicklichen Dürre nun schon im zweiten Jahr alle Vorräte ausgegangen sind. Dabei wurde den Bauern mitgeteilt, dass die Dürre eine Strafe Gottes sei, weil sie statt des wahren Gottes den heiligen Franziskus (das ist der Patron der Gemeinde) anbeteten. Diese Hilfsaktion kam von einer der vielen fundamentalistischen Pfingstkirchen, die die Menschen vom angeblichen Götzendienst bekehren wollen. Die Dürre wird zum Mittel für religiöse Fanatiker und korrupter Politiker- ein altes Übel, das wir eigentlich schon überwunden glaubten. Aber auch die Regierung von Piaui (dem Bundesstaat) arbeitet auf dieser Linie: ihre beiden Tankwagen wurden jeweils der Regierungs- und der Oppositionspartei überlassen, sie dürfen damit ihre Parteifreunde bedienen.

KURZBERICHT „DÜRRE“ 23. Oktober 2007

Vor einigen Tagen kamen bei uns zwei Tankwagen an, um Wasser in die Häuser der Bauern zu fahren, denen bei der augenblicklichen Dürre schon längst alle Vorräte ausgegangen sind. Dabei wurde den Bauern mitgeteilt, dass die Dürre eine Strafe Gottes sei, weil sie statt den wahren Gott den heiligen Franziskus anbeteten. Diese Hilfsaktion kam von einer der vielen Pfingstkirchen, die die Menschen vom Götzendienst bekehren wollen. Die Dürre wird zum Mittel für religiöse Fanatiker und interessierte Politiker – ein altes Übel, das wir eigentlich schon überwunden glaubten. Aber auch die Regierung von Piaui arbeitet auf dieser Linie: ihre beiden Tankwagen wurden jeweils der Regierungs- und Oppositionspartei überlassen, sie dürfen damit ihre Parteifreunde bedienen.

ARTIKEL IN DER TAGESZEITUNG „O DIA“ (TERESINA-PIAUI) 04. SEPTEMBER 2007

Viva o Padre Geraldo

Gestern vollendete Padre Geraldo Gereon seinen 70. Geburtstag, ein Deutscher, der mehr Piauienser ist als viele, die in Jahrhunderten hier geboren sind.

Simplicio Mendes feierte, der erste Ort, an dem er sich hier bei uns niederließ, ein verdientes Fest.

Seine Arbeit ließ Wasser sprudeln, wo es keines gab, schuf Arbeit für viele Leute und gab einer Pflanze Kraft, die der Bewohner des Sertao am besten zu kultivieren weiß: die Hoffnung. Das Bemühen dieses Mannes, der höflich jede selbstgefällige Politik ablehnt, hat zu einer Produktion von 130 Tonnen Honig geführt, 80% davon in die USA exportiert. Süßer Honig, guter Verdienst und eine bessere Lebensqualität entspringen der Idee Bienen zu züchten statt sie zu zerstören. Gegenwärtig gibt es 32 Imkerzentren dort in der Gegend. Aber der Pfarrer ist kein Mann, der ausruht, er dehnte seine Aktionen nach Conceicao do Canindé und andere Orte aus. Er baute kleine Stauanlagen und Flussdurchfahrten, er lehrte die Ärmsten der Armen in Würde zu leben mitten in der Trockenheit des Sertao. Jetzt lebt er in Sao Francisco de Assis, einem Ort, der diesen Namen verdient: dort lebt man in franziskanischer Armut. Aber der wache Geist und die Bereitschaft zu arbeiten haben für 520 Familien eine würdige Arbeit geschaffen, die  mit 100 Reais für eine Woche Arbeit an jede von ihnen bezahlt wird. Außer diesen Arbeitseinsätzen ist er den Palastbürokraten zuvorgekommen, indem er täglich 24.000 Liter Wasser in Tankwagen der Pfarrei austeilt. Daher bleibt uns nur, Gott zu bitten, dass er uns diesen Mann noch lange erhalten möge und denen, die uns regieren, einen offenen Blick gebe, um sich in diesem großartigen Werk zu spiegeln.

Arimatéia Azevedo