17. Juni 2012

Bäuerin in Piaui

Auf diesem Bild schaut Dich eine Bäuerin an aus dem dürregeplagten Piauí, im brasilianischen Nordosten. In diesem Blick sind verschiedene Einzelheiten aus dem Leben dieser Frau verborgen. Gleichzeitig bringt er zum Ausdruck, welche Haltungen diesem Leben ihre Richtung geben, die sie manchmal selbst bestimmen kann, aber der sie sich auch oft unterwerfen muss.

16. Mai 2012

Im Gegensatz zu Unwetterkatastrophen geht es bei einer Dürre langsam vor sich. Von Tag zu Tag werden die Konsequenzen klarer: die Wasser- und Futterbestände gehen zu Ende, auf den Feldern gibt es nichts mehr zu tun, denn die Ernte ist total ausgefallen. Wir sind viel unterwegs, um die Situation zu erfassen und eventuelle Maßnahmen einzuleiten. So sind wir am Bau von zwei Pumpstationen am Stausee, wo wir Tankwagen beladen wollen. Dazu müssen wir auch 9 km Straße herrichten, damit diese Wagen an den See herankommen. Von 100 geplanten Zisternen haben wir schon 50 fertiggestellt, sie sind elementar wichtig als Reservoire für ausgeteiltes Wasser.
Viele andere mögliche Maßnahmen kann man nicht genau planen, ohne zu wissen ob sie finanzierbar sind. Wir hoffen auf Gottes Hilfe.

Mit herzlichen brüderlichen Grüßen
Padre Geraldo Gereon.

OSTERBOTSCHAFT - 28. Februar 2012

Liebe Brüder und Schwestern in Deutschland,

wieder haben wir den Weg zur Feier der Auferstehung Jesu begonnen. Dazu wurden wir eingeladen mit den Worten Jesu: „Bekehrt euch und glaubt an die Frohe Botschaft“. Muss man sich zu einer Frohen Botschaft bekehren? Sicherlich wäre das nötig, wenn diese Botschaft uns ängstigen oder bedrücken würde. In den letzten Wochen haben wir hier eine eigenartige Erfahrung dazu gemacht. Unseren armen Bauern wurde im vergangenen Jahr die Auszahlung der Versicherung gegen Ernteausfälle verweigert. Wir veranstalteten eine große Kundgebung und mobilisierten einflussreiche Leute, um die Regierungsbürokratie umzustimmen. Alles nützte nichts. Bis heute gab es keinen Ausweg.

SITUATIONS-BERICHT 01.11.2011

Es ist 11 Uhr abends. Ich bin seit dem frühen Morgen unterwegs gewesen - zum Monatsende muss ich die verschiedenen Projekte besuchen, Rechnungen begleichen und Auszahlungen vornehmen. Den ganzen Tag über war es sehr heiß, wie es um diese Zeit üblich ist, wenn sich die ersten Regenfälle ankündigen. Nirgendwo habe ich Regen gehabt, aber hier am Ort gab es einige große Pfützen. Der Regenmesser bestätigte es: es hat hier heute 20 mm Niederschlag gegeben. Das war der dritte Regen im Oktober. Es geht also langsam los. Aber diese ersten Regenfälle sind immer sehr stürmisch und kurz - zum Pflanzen reicht das nicht. Die Leute sind auch noch stark beschäftigt damit ihre Felder herzurichten, um dann bis zum Jahresende die Pflanzungen zu beginnen. Jedes Mal, wenn so eine neue Pflanzperiode beginnt, ist es völlig offen ob es zu einer Ernte reicht.

28. August 2011

Der Bürgermeister wollte, wie in vielen anderen Orten, eine Riesenstatue des Ortsheiligen auf dem nahegelegenen Berg aufstellen. Meiner Meinung nach sollte diese Statue nicht so eine Quase-Gottheit über uns sein, sondern das, was den Sinn ausdrückt, den die Kirche der Heiligenverehrung zuschreibt: das Beispiel eines vorbildlich gelebten Christenlebens. Dazu sind diese Riesenstatuen meistens künstlerisch zweitrangig, entsprechen nicht einmal der menschlichen Anatomie. So konnte ich eine 1,20 m hohe Statue des heiligen Franziskus, aus gefärbtem Zement gefertigt, besorgen. Die Ortsverwaltung hat sie auf einem Platz am Ortseingang aufgestellt, mit Beleuchtung und einer Platte, am Podest angebracht, mit einem Gebet für die Stadt. Am 28. August 2011 wurde das alles eingeweiht mit einer Gebetsfeier, bei der mehrere hundert Menschen präsent waren. Besonders haben wir herausgestellt, dass der Hl. Franziskus den Frieden gepredigt hat - sein berühmtes Gebet "Herr, mach mich zu einem Instrument des Friedens".

PE. HENRIQUE GERALDO MARTINHO GEREON - 28. April 2011

Ich habe ein Foto gemacht von unserer Buschlandschaft, die jetzt zum Ende der Regenperiode in voller Blüte steht. Wenn die Regenmenge ausreichend ist, wie in diesem Jahr (das erleben wir nur alle 9 Jahre), ist das Blütenmeer so üppig!!

Blütenmeer

BERICHT MÄRZ 2011

Vor zwei Stunden ging hier am Pfarr Ort ein „retiro“ (Einkehrtag, Besinnungswochenende) zu Ende, bei dem drei Tage lang 120 Erwachsene und Jugendliche beisammen waren, die zu den verschiedenen Basisgemeinden hauptsächlich im Innern der Gemeinde gehören. Vor einer Woche hatten wir dieselbe Veranstaltung in dem anderen Bezirk der Gemeinde, der etwa dieselbe Anzahl von Teilnehmern aufbrachte. Vor anderthalb Jahren haben sich alle Gemeinden der Diözese auf den Weg gemacht, um die „Santas Missões Populares“ durchzuführen, die sich über rund zwei Jahre erstrecken. Die Missionare sind aus der eigenen Gemeinde und bekommen bei bestimmten Gelegenheiten Unterstützung aus anderen Gemeinden. Bei den zwei großen Hauptveranstaltungen im Mai und Juni werden wir etwa 350 solcher Laienmissionare für 10 Tage mobilisieren und das ganze Gebiet der Gemeinde, das in 25 Sektoren aufgeteilt ist, mit lokalen und Groß-Veranstaltungen und mit umfassenden Hausbesuchen in die Mission einbeziehen. Vor allem die spirituellen Grundlagen und die spezielle Dynamik dieser Mobilisierung werden monatelang vorher in vielen kleinen Schritten erarbeitet.

SANTAS MISSÕES POPULARES

PLAKAT DER VOLKSMISSION (SANTAS MISSÕES POPULARES) IN DER PFARREI SAO FRANCISCO DE ASSIS DO PIAUI

SANTAS MISSÕES POPULARES

HEILIGE VOLKSMISSION

THEMA:
auf den Anruf Jesu aufmerksam machen

ALLGEMEINE ZIELSETZUNG:
Das Evangelium verkünden ausgehend von der persönlichen Begegnung mit Jesus

Das Plakat der “Heiligen Volksmission” wurde von den Vertretern der Basisgemeinden gemeinsam entworfen. Es soll den geistlichen Hintergrund für das Missionsereignis darstellen. Ausgang und Ziel der Mission ist Jesus Christus. Das Kreuz im Mittelpunkt erinnert an das Erlebnis des hl. Franziskus in der St. Damiankirche: Jesus ruft Franziskus auf seine Kirche zu erneuern. Dieses Kreuz hängt auch in unserer Pfarrkirche. Wir sind die Kirche, die sich erneuern und beleben will. Die beiden Kirchen rechts und links des Kreuzes sind die beiden Hauptkirchen, links die Pfarrkirche in Sao Francisco und rechts die Marienkirche in Conceicao do Canindé. Zu ihnen gehören 32 Basisgemeinden, die etwa 10.000 Menschen zum Volk Gottes zusammenfassen. Sie sind unterwegs auf langen und verschlungenen Wegen. Diese Wege beginnen und enden bei Christus und führen durch das trockene Buschgebiet mit seinen Kakteen, Carna?ba-Palmen und Kleintieren der armen Landbevölkerung. Eine wichtige Quelle für Wasser sind die Zisternen – über 1200 von der Pfarrei gebaut.