Liebe Schwestern und Brüder in Deutschland,

mehrere Male musste ich zur Bank nach Simplício Mendes reisen! Da funktioniert fast gar nichts, nach einem großen Überfall, der den Tresor sprengte und viele Apparate zerstörte!

Zusätzlich habe ich die Verantwortung für die große Elisabeth-Wallfahrt am Samstag. Ich bin fast nie zu Hause.

Dazu muss ich folgendes erklären: Wir sind im Moment in einer Phase des Übergangs mit einem schwierigen Neuanfang. Seit fast 30 Jahren haben wir unsere Einrichtungen auf einem Land, das keinen Besitzer hat und dem Staat gehört. Wir haben immer Verträge gehabt, die uns das Recht auf die Nutzung gaben. Alle  zehn Jahre musste der Vertrag erneuert werden, was niemals Schwierigkeiten bereitete. Im letzten Jahr war das wieder fällig. Aus unverständlichen Gründen hat uns der Staat sitzenlassen und nicht erneuert. Nach eineinhalb Jahren war immer noch nichts  passiert. Da haben wir uns einen neuen Platz gesucht.

Ein großzügiger Freund hat uns ganz in der Nähe von Simplício Mendes ein 12ha großes Land geschenkt. Nun mussten wir abbauen und neu aufbauen: einen Tiefbrunnen für Wasser, Strom-Anschluss (800 m neue Leitung), neue Bauten für Schulungen, Ziegenzucht, Produktion von Setzlingen, Unterweisung der Honigproduzenten usw. Das geht langsam voran, aber gibt uns die Sicherheit, auf einem eigenen Gelände. Dazu geben wir weiterhin Rechtsbeistand für die Geschädigten der Eisenbahnlinie. Der Bau liegt seit drei Jahren still, aber die Entschädigungsprozesse ziehen sich in die Länge. Wir sind die einzigen, die diesen armen Bauern beistehen. Weder der Staat noch die Kirche rühren sich. Deshalb ist die Elisabeth-Wallfahrt so wichtig: sie ist ein Anstoß, die "Option für die Armen" zu praktizieren und nicht nur zu proklamieren. In den letzten Jahren haben wir mit Bauern 35,6 km neue Zäune für Felder und Weiden gebaut, dazu 5 neue Wohnhäuser, drei Tiefbrunnen mit Wasser für Mensch und Vieh. Für 114 kleine Bauern konnten wir so Bedingungen zum Überleben schaffen. So praktisch verstehen wir unsere Mission und motivieren uns jedes Jahr neu durch das Beispiel der hl. Elisabeth, die mit 24 Jahren starb, ausgelaugt und erschöpft durch die schwere Arbeit mit den Kranken.
Wir möchten allen danken, die uns auf diesem Weg helfen und immer wieder Mut machen.

Mit herzlichen, dankbaren Grüßen bin ich
Padre Geraldo Gereon