Der Zica-Virus wird durch eine Stechmücke übertragen (Aedes egipti). Diese ist schon seit Jahren ein Problem, weil es die Deng-Krankheit überträgt (hohes Fieber, erhöhtes Unwohlsein, über 8-10 Tage), in einigen Fällen tödlich.
Diese Mücke gibt es fast in allen großen Städten, wo keine Kanalisierung der Abwässer existiert, besonders in den bevölkerungsreichen Armenvierteln. Dazu gehört auch die unzureichende Müllabfuhr, wodurch kleine und große Behälter Wasser speichern, was die Fortpflanzung und Ausbreitung der Insekten fördert. Es werden z.T. großangelegte Aktionen durchgeführt, um die Bevölkerung zu Achtsamkeit zu erziehen und innerhalb und außerhalb der Wohnungen offene Wasserstellen zu vermeiden (z.B. unter Blumentöpfen). Aber die fehlende Infrastruktur ist schier unüberwindlich, und nur mit häuslicher Disziplin einer aufgeklärten Minderheit kommt man nicht sehr weit. Die Ausbreitung der Mücke ist  nicht unter Kontrolle zu bringen - vorerst.

Nun hat sich herausgestellt, dass die Mücke nicht nur diesen bekannten Virus überträgt, sondern auch noch den Zica-Virus. Das Krankheitsbild ist nicht sehr stark, manchmal kaum bemerkbar. Aber dieser Virus ruft eine schreckliche Tragödie bei schwangeren Frauen hervor, die micro-enzofalia. Das bewirkt eine Verkleinerung des Kopfes des Fötus und in der Folge eine Verkleinerung des Gehirns mit entsetzlichen Schäden. Das hat die Welt in Aufregung versetzt. Hier im Land sind schon viele Fälle (hunderte) erkannt. Man versucht die schwangeren Frauen in der ersten Periode zu untersuchen, um die Missbildung zu verhindern oder zu verkleinern. Man rät auch den Frauen, eine geplante Schwangerschaft aufzuschieben. Es herrscht eine Art "Kriegsstimmung" - und "...wir dürfen diesen Krieg nicht verlieren".

Aber Milliarden Mücken zu besiegen ist schwerer als den Islamischen Staat zu besiegen.  
Nun zu unserer Gegend. Von der Großstadt Recife sind wir über 1000 km entfernt.
Von Teresina, unserer Bundeshauptstadt (800.000 Einwohner) bis hier sind es 500 km.
Unsere Gegend ist dünn besiedelt. So haben wir diese gefährlichen Mücken nicht  bei uns. In unserer Trockenzone gibt es auch wenig offene Wasserstellen. Das alles ist in diesem Fall von Vorteil. Aber solche Ungeziefer können leicht von weither eingeschleppt werden: in geschlossenen Lastwagen oder in Überlandbussen. Die Lage ist schon sehr ernst. Aber wir hier sind weitab vom Schuss. das ist ein kleiner Vorteil. Der Bau der Eisenbahnlinie durch unsere Gegend ist folgenschwerer als die Mückenplage.

Siehe auch Wikipédia "Gelbfiebermücke".

Mit herzlichen Grüßen an Euch alle
Padre Geraldo Gereon