Nach der letzten Regenzeit hat sich einiges normalisiert nach der vierjährigen Dürre. Aber die Langzeitfolgen sind noch immer nicht ganz überwunden. Verkleinerte Weide- und Anbauflächen kann man nicht in ein paar Monaten wiederherstellen. Die fleißigen Bienen haben eine unermüdliche Arbeitsfreude und kommen schnell wieder zu normalen Verhältnissen. Unsere Bienenzüchter haben viel Honig verkaufen können, zum großen Teil ins Ausland, und sie haben dabei von dem günstigen Wechselkurs profitiert.

 

Wir arbeiten weiterhin an der Produktion von Setzlingen zur "Aufforstung". Dabei beachten wir besonders das Bepflanzen der Flussränder. Der Schutzstreifen am Flussrand des "Canindé" verschwindet immer mehr. Der Fluss führt nur Wasser in der Regenzeit, aber aus einer Aufstauung kommt ständig Wasser  in das Flussbett. Die Anlieger nutzen das schamlos für Bewässerung ihrer Felder und holzen alles ab, was den Fluss schützen müsste. Das Schlimmste ist, dass man sie nicht von der Lage überzeugen kann. Wir versuchen es ständig, mit nur geringem Erfolg. Aber bei solchen Themen darf man nicht nachlassen.

Hier handelt es sich um ein Beispiel, das klar zeigt: Es geht um eine Mentalität, die man nur mit Kindern und Jugendlichen ändern kann. Wir haben jedes Wochenende Kurse mit dieser Zielgruppe, um Mentalität und Praxis einzuüben für verändertes Verhalten. Diese Gruppen treffen sich über mehrere Monate und werden mit einfachen Mitteln in Methoden eingeführt, die die nötigen Veränderungen in Gang bringen können.

So haben wir in der Ziegenzucht immer noch viele Bauern, die nicht einmal die einfachsten Stallanlagen haben. Wir helfen ihnen dabei diese Anlagen einzurichten, sie sind unersetzlich für eine Verbesserung dieser Viehhaltung. Der heilige Franziskus mit seiner Mystik der Schöpfung und des Respektes  der Natur hilft uns bei diesem Bemühen. Es verlangt eine Grundlage, die uns nur der Glaube vermitteln kann.

Große Sorge bereitet uns die Lage der Bauern, die von dem Bau der Eisenbahnlinie betroffen sind. In dem Gebiet unserer Aktionen sind es rund 200 Familien. Das Ganze ist viel komplexer als nur eine Enteignung eines 80m-breiten Streifens. Die angerichteten Schäden machen in vielen Fällen die Nutzung der Restfläche unmöglich. Es entstehen regelrechte Tragödien. Wir haben nun einen Verein der Betroffenen gegründet und einen kompetenten Rechtsbeistand besorgt. So können wir mit einer Stimme für die ganze Gruppe auf die Barrikaden gehen. Gleichzeitig haben wir in Härtefällen Häuser, neue Felder und Wasserstellen gebaut. Da geht es einfach darum, als "Samariter" verletzten Menschen auf die Beine zu helfen. Sie sind Kinder Gottes und unsere Brüder.

Allen, die sich unermüdlich für uns einsetzen, sagen wir unseren Dank und bitten Gott um seinen Segen für sie.
 
Mit brüderlichen Grüßen
Padre Geraldo Gereon