Liebe Schwestern und Brüder:

Das Osterfest steht vor der Tür. Jedes Jahr wird bei dieser Gelegenheit in der St.Wilhelm-Gemeinde ein Fastenessen zu unseren Gunsten veranstaltet. Wir sind sehr dankbar für diese Initiative, die sich Jahr für Jahr wiederholt und damit zu unserem Bemühen um die armen Bauern unseres Gebietes beiträgt.

Die Fasten- und Osterzeit fällt jedes Jahr in die Regen- und Pflanzperiode in unserer Gegend. Da fragt man immer bei uns nach, ob es genügend regnet und wie die Aussichten auf eine Ernte sind. Die Antwort darauf lässt immer viele Fragen offen, da der Abschluss der Regenperiode immer erst nach Ostern geschieht. Man kann deshalb immer nur Vorläufiges berichten.

Im Moment sieht es folgendermaßen aus: Im November hat es einige gute Regenfälle gegeben. Sie haben schnell viele Wasservorräte aufgefüllt. Die ganz ungeduldigen Bauern pflanzen dann sofort auf Teilen ihrer Anbaufläche. Aber es kommt dann immer eine wochenlange Unterbrechung, die jungen Pflanzen nicht überstehen. Erst Mitte Februar kam wieder eine Regenperiode, die einen neuen Anlauf ermöglichte. Es wurde gepflügt und gepflanzt. Die Straßen sind fast unpassierbar bei so viel Regen. Aber bis zur Ernte vergehen noch Wochen. Die Sonne hat nun schon wieder das Sagen. Aber bei so viel Feuchtigkeit im Boden geht das Wachstum dennoch gut voran.

Vieles, was in der vierjährigen Dürre zerstört wurde, kann sich nur langsam wieder normalisieren. Wir haben viel Saatgut verteilt. Aber Futterkaktus und Maniok werden nicht mit Samen, sondern mit Ablegern produziert. Monatelang haben wir dafür also mit Bewässrung die Pflanzen gezüchtet und dann Zehntausende Ableger verteilt. Damit ist ein wichtiger Abschnitt zur Normalisierung geschafft.

Gute Nachrichten kommen auch von den Imkern. Die Vegetation im freien Busch hat sich gut erholt. Die fleißigen Bienen nutzen das, vermehren sich schnell und produzieren Honig. In dieser Woche kam ich bei der Genossenschaft vorbei. Da standen drei große Laster mit Containern. Sie wurden mit 60 Tonnen Honig beladen, die in die USA verkauft waren.

Große Sorge bereiten uns die Opfer der Eisenbahnlinie, die Teile ihres Landes enteignet bekamen ohne eine adäquate Entschädigung. Wir haben mit über 30 Familien neue Felder angelegt und Häusers gebaut. Wir möchten, dass diesen Armen das Licht der Hoffnung nicht erlischt. Der auferstandene Jesus vermittelt uns diese Sicherheit.

So möchten wir wieder herzlich danken für alle Mühe um uns. Allen Brüdern und Schwestern wünschen wir die Freude des auferstandenen Herrn, der in unseren Gemeinden „mitten unter uns ist“.

Mit brüderlichen Grüßen
Padre Geraldo Gereon