An unsere Schwestern und Brüder der Kirchengemeinde St. Wilhelm !

Die Fastenzeit hat begonnen, und wir sind wieder auf dem Weg nach Ostern. Seit vielen Jahren versuchen wir zu verstehen, dass das Fasten, das dem Herrn gefällt, das mit dem Armen geteilte Brot ist. So gibt es in St. Wilhelm wieder das Reisessen, dessen Erlös unseren Armen zukommt. Wir danken herzlich dafür, nicht nur für die materielle Hilfe, sondern auch für das Zeugnis, das wichtig ist für unseren eigenen Weg des Glaubens.

Hier in Brasilien wird in der Fastenzeit immer die "Campanha da Fraternidade" durchgeführt, die Fastenaktion mit einem aktuellen Thema. Da wird nach dem Schema "Sehen-Urteilen-Handeln" ein Problem der brasilianischen Kirche und Gesellschaft angegangen. In diesem Jahr ist das Thema: "Brüderlichkeit und öffentliche Sicherheit  -  Der Frieden ist die Frucht der Gerechtigkeit". Ein Beispiel hier aus Sao Francisco: Vor zwei Wochen stellte die Polizei ein gestohlenes Motorrad  sicher, das hier unter der Hand weiterverkauft worden war. Einer der Gefängnisinsassen durfte am Samstag mit diesem Motorrad und ausgestattet mit einer Waffe in den Nachbarort fahren zu einem Überfall. Er wurde dort wieder festgenommen, aber der korrupten Polizei passiert nichts. So ist das hier mit der Sicherheit.

Bei unseren friedlichen Bauern geht es in diesen Tagen darum, dass die Saat aufgeht und gedeiht. Die Regenfälle sind unregelmäßig, oft müssen die Bauern nachpflanzen. Aber alle sind voller Hoffnung, wie der Bauer, der nachts aufwachte, weil es anfing zu regnen - nun wusste er,  dass es auf seinem schon bepflanzten Feld sprießen würde. "Es gibt doch nichts Besseres als den Lieben Gott", war sein Kommentar. Man kann in diesen Tagen niemals wissen, wie das jährliche Abenteuer ausgeht, das die Bauern bis zu ihrer Ernte zu bestehen haben.

Mit Sicherheit aber können wir schon jetzt sagen, dass wir eine gute Honigernte haben werden. Die Bienen sind fleißig wie noch nie. Jetzt, wo die Ernte erst beginnt, ist das Zentrallager schon überfüllt, und der erste Container in die USA wird vorbereitet. Bei soviel "Krise" brauchen die Amerikaner sehr viel süßen Honig, um durchzuhalten. Unsere Imkergenossenschaft hat in diesen Tagen das Zertifikat für organischen, d.h. Bio-Honig bekommen. Das wird den Preis verbessern. Unsere Techniker haben sich hart ins Zeug legen müssen in den letzten Monaten. Über 700 Imker mussten mit genauen Angaben über ihre Personen, ihre Bienenstände mit rund 19.000 Bienenstöcken und genauen GPS-Vermessungen im Computer erfasst werden. Nun kann jede Honiglieferung bis zu den einzelnen Bienenstöcken verfolgt werden. Bei diesen guten Bedingungen erwartet man etwa 250 Tonnen Honig.

Die anderen Arbeiten laufen in diesen Tagen langsam. Zisternen kann man jetzt nicht bauen. Alles hängt vom Ablauf der Regenperiode ab, die noch etwa zwei Monate dauern muss. Wir alle hoffen, dass der Regen nicht vorzeitig aussetzt.

So möchten wir allen unseren Schwestern und Brüdern eine gesegnete Fasten- und Osterzeit wünschen. Der auferstandene Jesus möge alle dort mit ihren Gemeinden segnen.

In herzlicher, dankbarer Verbundenheit grüßt Sie
Ihr Bruder in Christus
Padre Geraldo Gereon