Liebe Freunde und Förderer von Pastor Gereon!

Leider erreichen uns in diesen Tagen schlechte Nachrichten von Pastor Gereon aus Brasilien. So schreibt er uns:

"Vor einigen Tagen kamen bei uns zwei Tankwagen an, um Wasser in die Häuser der Bauern zu fahren, denen bei der augenblicklichen Dürre nun schon im zweiten Jahr alle Vorräte ausgegangen sind. Dabei wurde den Bauern mitgeteilt, dass die Dürre eine Strafe Gottes sei, weil sie statt des wahren Gottes den heiligen Franziskus (das ist der Patron der Gemeinde) anbeteten. Diese Hilfsaktion kam von einer der vielen fundamentalistischen Pfingstkirchen, die die Menschen vom angeblichen Götzendienst bekehren wollen. Die Dürre wird zum Mittel für religiöse Fanatiker und korrupter Politiker- ein altes Übel, das wir eigentlich schon überwunden glaubten. Aber auch die Regierung von Piaui (dem Bundesstaat) arbeitet auf dieser Linie: ihre beiden Tankwagen wurden jeweils der Regierungs- und der Oppositionspartei überlassen, sie dürfen damit ihre Parteifreunde bedienen.

Um so wichtiger ist es, unsere Arbeit mit diesen armen Bauern fortzusetzen, denen die elementare Not den Blick versperrt für ein ausgeglichenes Beten und auch Denken. Wir haben vier Tankfahrzeuge laufen und etwas über 500 Familien eingeschrieben bei unseren Arbeitseinsätzen, die nützliche Arbeit in Gemeinschaftsprojekten verrichten...

Heute nun teilt uns Pastor Gereon telefonisch mit, dass er kein Geld mehr hat, um seine Tankwagen einzusetzen. Die längerfristigen Aktionen (Feldbestellung für die nächste Pflanzperiode, neue Felder für Futteranbau, Beschaffung von Saatgut für die nächste Saison) kann und will er noch so lange wie möglich fortführen, um den Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben und ihre Hoffnung auf ein besseres neues Jahr zu erhalten.

Er schildert uns zwei eindrucksvolle und typische Erlebnisse vom Vortag:
Auf dem Weg zu einer Tankstelle trifft er auf einem einsamen Feldweg vier Personen, die einen mit Kanistern beladenen Esel schieben bzw. ziehen. Er hält an und fragt sie, warum sie denn zu viert mit einem Esel unterwegs seien. Ihre Antwort: "Wir haben nicht genügend Futter mehr für ihn; er ist so schwach, dass er ständig stehen bleibt und zusammenzubrechen droht; deshalb müssen wir ihn ständig stützen und schieben, damit wir zu uns nach Hause Wasser bekommen."

Als er später die Tankstelle erreicht, sieht er dort die beiden Tankwagen der Regierung und die beiden der Pfingstkirche stehen. Auf seine Nachfrage erfährt er, dass ein weiterer Einsatz unmöglich sei, da der Staat es versäumt hat, den Dieseltreibstoff zu schicken, mit dem der Generator bzw. die Pumpen betrieben werden, um das Wasser aus dem letzten noch gefüllten Stausee in die Wagen zu pumpen! Eine Lieferung werde wohl erst in einiger Zeit erfolgen! Es geht um Leben und Tod Tausender Menschen und deren Vieh! Ein Skandal!

In kluger Voraussicht aber hat Pastor Gereon schon vor längerer Zeit einen Tank mit diesem Dieselkraftstoff gespeichert. Auch besitzt die Gemeinde einen Generator und eine Pumpe zum Füllen seiner Tankwagen - nur fehlt es ihm jetzt an Geld zum Kauf von Benzin für die Tankwagen und zur Bezahlung der Fahrer.

Wir haben ihm heute versprochen, so schnell wie möglich diesen "Brandbrief" an seine treuen Helfer zu schicken mit der Bitte, in dieser besonders schweren Situation ihm und den Armen seiner Gemeinde "Sankt Franziskus von Assisi" zu helfen.

Daraufhin hat er spontan am Telefon entschieden, in den nächsten Tagen die Tankwagen wieder einzusetzen.

Pastor Gereon hat in den vergangenen Jahrzehnten noch nie einen Rundbrief Ende November oder im Dezember geschickt, um nicht in Konkurrenz zu treten mit anderen kirchlichen oder privaten Institutionen, die Sie vor Weihnachten um Ihre Unterstützung bitten.

Wir hoffen aber, dass zumindest diejenigen, die Pastor Gereon auch in diesem Jahr wieder zu Weihnachten unterstützen wollen, ihre Hilfe ihm möglichst bald zuteil werden lassen.

Wir werden Ihre Spende unverzüglich an ihn weiterleiten.

Schließen möchten wir mit den Worten Pastor Gereons aus dem eingangs zitierten Brief :

"Unsere Maßnahmen sind wie immer eine Mischung von Bekämpfung von Hunger und Durst und dem Versuch, die Not dauerhaft zu überwinden. Wir möchten herzlich danken für alle Hilfe dazu und für das Vertrauen in uns, die Arbeit für ein menschenwürdiges Leben unserer Bauern fortzusetzen.

Mit dankbaren Grüßen bin ich Ihr Padre Geraldo Gereon.”

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Adventszeit und frohe Weihnachten