Vor einigen Tagen kamen bei uns zwei Tankwagen an, um Wasser in die Häuser der Bauern zu fahren, denen bei der augenblicklichen Dürre schon längst alle Vorräte ausgegangen sind. Dabei wurde den Bauern mitgeteilt, dass die Dürre eine Strafe Gottes sei, weil sie statt den wahren Gott den heiligen Franziskus anbeteten. Diese Hilfsaktion kam von einer der vielen Pfingstkirchen, die die Menschen vom Götzendienst bekehren wollen. Die Dürre wird zum Mittel für religiöse Fanatiker und interessierte Politiker – ein altes Übel, das wir eigentlich schon überwunden glaubten. Aber auch die Regierung von Piaui arbeitet auf dieser Linie: ihre beiden Tankwagen wurden jeweils der Regierungs- und Oppositionspartei überlassen, sie dürfen damit ihre Parteifreunde bedienen.

Umso wichtiger ist es, unsere Arbeit mit diesen armen Bauern fortzusetzen, denen die elementare Not den Blick versperrt für ausgeglichenes Beten und Denken. Wir haben vier Tankfahrzeuge laufen und etwas über 500 Familien eingeschrieben bei unseren Arbeitseinsätzen, die nützliche Arbeit in Gemeinschaftsprojekten verrichten.

Manchmal sieht es so aus als ob Regen bevorstünde, aber die Zeit ist noch nicht gekommen. So wollen wir versuchen, diese Aktionen fortzusetzen. Auch möchten wir, wenn die Pflanzperiode beginnt, bestimmtes Saatgut bereithalten, das wir im Moment auf eigenen Feldern herstellen (mit Bewässerung). Besonders möchten wir den Mais ersetzen, der in diesem Dürregebiet immer mit großen Verlusten kultiviert wird.

Unsere Maßnahmen sind, wie immer, eine Mischung von Bekämpfung von Hunger und Durst und dem Versuch die Not dauerhaft zu überwinden. Wir möchten herzlich danken für alle Hilfe dazu und für das Vertrauen in uns, die Arbeit für ein menschenwürdiges Leben unserer Bauern fortzusetzen.

Mit dankbaren brüderlichen Grüßen bin ich Ihr
Padre Geraldo Gereon