17. JANUAR 2019

Liebe Schwestern und Brüder in Deutschland,

Ihnen und Ihren Familien sende ich zu Anfang dieses neuen Jahres einen herzlichen Gruß mit dem Wunsch, daß unser guter Vater im Himmel uns mit seinem Segen begleite.

Bei meinen Berichten spreche ich immer im Plural: „Wir“ – das sind rund 25 kleinere oder größere lokale Bauernvereine, die zu der „Franziskus-Vereinigung“ zusammengefasst sind. Es handelt sich um eine Rechtsperson, die von mir und meinen hauptamtlichen Mitarbeitern geleitet wird, außer einigen gewählten Freiwilligen, die ehrenamtlich ihre Aufgaben erfüllen. Die Statuten erklären, dass die „Fraternidade“ keine lukrativen Interessen hat. Aber wir müssen monatlich dem Finanzamt die Buchführung vorlegen und uns an die gesetzlichen Regelungen halten.

Weihnachten 2018

Liebe Schwestern und Brüder:

    Als die Portugiesen vor 518 Jahren Brasilien “entdeckten” und das Land mit seinen Bewohnern im Namen Jesu „eroberten“, brachten sie ausser ihren Waffen christliche Bilder, Riten und Gesetze mit. Unter den Bildern der Mutter Gottes gibt es eine Statue, die Maria hochschwanger darstellt. Als ich das entdeckte, wurde mir klar, was ein weiser Priester mir vor langer Zeit erklärt hatte: „In seinem ganzen Leben machte Jesus nichts anderes als ‚herabzusteigen“, bis auf den letzten Platz, den ihm niemand streitig machen kann.“

15. November 2018

Liebe Schwestern und Brüder in Deutschland,

mehrere Male musste ich zur Bank nach Simplício Mendes reisen! Da funktioniert fast gar nichts, nach einem großen Überfall, der den Tresor sprengte und viele Apparate zerstörte!

Zusätzlich habe ich die Verantwortung für die große Elisabeth-Wallfahrt am Samstag. Ich bin fast nie zu Hause.

Dazu muss ich folgendes erklären: Wir sind im Moment in einer Phase des Übergangs mit einem schwierigen Neuanfang. Seit fast 30 Jahren haben wir unsere Einrichtungen auf einem Land, das keinen Besitzer hat und dem Staat gehört. Wir haben immer Verträge gehabt, die uns das Recht auf die Nutzung gaben. Alle  zehn Jahre musste der Vertrag erneuert werden, was niemals Schwierigkeiten bereitete. Im letzten Jahr war das wieder fällig. Aus unverständlichen Gründen hat uns der Staat sitzenlassen und nicht erneuert. Nach eineinhalb Jahren war immer noch nichts  passiert. Da haben wir uns einen neuen Platz gesucht.

23. Oktober 2018

Liebe Schwestern und Brüder,

Wenn Sie die Fotos sich anschauen, werden sie sehen, dass es sich um einen Baum handelt, der im frischen Grün steht. Es handelt sich dabei um einen typischen Baum hier im trockenen Nordosten Brasiliens. Seit April, dem Ende der letzten Regenzeit, haben wir hier keinen Tropfen Regen erlebt. Die Temperatur geht auf 38 Grad, und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt auf unter 20%. Am Ende der jährlichen Trockenheit verliert dieser „Juazeiro“-Baum seine Blätter. Dann treibt er plötzlich neue Blätter, und nach zwei Wochen steht er in neuem Grün da. Er hat keinen Tropfen Regen bekommen. Aber er kündigt mit seiner neuen Belaubung an, dass die neue Regenzeit in Kürze beginnt. Da sieht man im trockenen Busch und auf abgeernteten Feldern einen Baum in herrlichem neuen Grün. Ein Wunder der Natur. Ich habe vor meinem Haus so einen Juazeiro-Baum stehen und diese kurze Seltenheit fotografiert.

29.06.2018

Liebe Schwestern und Brüder in Deutschland,

plötzlich bin ich gezwungen worden, von neuem aktiv zu werden, meine alte Pfarrei wieder zu Übernehmen! Ich versuche zu lernen, was im Buch Jesus Sirach (Sir. 11,20) empfohlen wird: "Bleibe bei deiner Pflicht und hab deine Freude daran, werde alt in deiner Beschäftigung." Und wenn ich nicht mehr, wie in jungen Jahren, über den Zaun springen kann, kann ich aber noch unten durchkriechen. Solange wir vom Vater im Himmel das unverdiente Geschenk der Gesundheit bekommen, haben wir kein Recht, uns zu drücken.
 
In diesem Jahr wurden wir endlich erleichtert durch gute Regenfälle. Die siebenjährige Dürreperiode fand damit ein Ende. Dennoch wird es in diesen Breitengraden immer wieder das Dürre-Phänomen geben.

"Fastenessen" - 28. FEBRUAR 2018

Liebe Brüder und Schwestern in Deutschland
St. Wilhelm/Hamburg – St. Marien/Sehnde

       Aus beiden Pfarreien auf diesem Briefkopf bekam ich in den letzten Tagen Anrufe. Dort wird in einigen Tagen das „Fastenessen“ zu unseren  Gunsten veranstaltet. Dafür will ich einige aktuelle Informationen beisteuern.

    Das Charakteristische unserer Gegend im Nordosten Brasiliens ist bekannt als ein Dürregebiet. Das bedeutet zuerst die Unregelmäßigkeit der Niederschläge in der jährlichen Regenperiode (November bis März – mit sieben Monaten ohne Regen). Eine statistische Erhebung erklaerte, dass in einem Zeitraum von 10 Jahren 9 Jahre unregelmäßige Niederschläge haben, das heißt: unter dem Durchschnitt.

Situationsbericht 03.10.2017

Liebe Brüder und Schwestern in Deutschland,

        Im Hinblick auf den bevorstehenden Weihnachtsbasar hier einige Informationen über unsere Lage, die unsere Aktionen motivieren. Über Einzelheiten meines persönlichen Einsatzes (Pensionierung, 13 Monate in der Verwaltung der vakanten Diözese, Wiedereinsetzung als Pfarrer) werde ich bei anderer Gelegenheit berichten. Mein Dienst als Diözesanpriester hat immer das starke soziale Element eingeschlossen. Das Beispiel des hl. Franziskus und die erklärte und ständig wiederholte "Option für die Armen" der lateinamerikanischen Kirche begründen und verlangen das. So bin ich bis heute der Leiter der "Franziskus-Bruderschaft" als Träger dieser Aktionen. Da gibt es keine Pensionierung. Immer wieder sind wir herausgefordert durch kritische Situationen der kleinen Bauern, die die Mehrheit unserer Bevölkerung sind.

Was macht ein Missionar in einem christlich geprägten Land?

Auszug aus dem Gemeindebrief der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petrus, Henstedt-Ulzburg, Juni-August 2017